Archiv für Dezember 2008
Ihr seid so süß, wirklich!
Nein, ich wollte keinen Jahresrückblick schreiben. Warum auch?
Aber nach der dritten Mail heute warf ich meinen Kopf in den Nacken und schrie lächelnd ein Aaarrrgghhhh in den Raum! ![]()
Ihr wisst ja, … Mails kann ich nicht so beantworten wie ich es gerne tun würde.
Also ein Jahresrückblick. Bitte, hier ist er:
Das Jahr war scheiße!
Nächstes Thema!
*lach*
Schon gut, schon gut…
Ich will es mal jetzt etwas ernster nehmen.
Hm… wo fange ich an?
Puh…
Aaaalsooo…
Ich möchte mich als erstes bedanken, bedanken bei den Menschen die mich das Jahr über ausgehalten haben. Ich möchte mich bedanken bei den Menschen die mich ein kleines Stück auf meinen Weg durchs Leben begleitet haben. Danken will ich den Menschen die blieben, danken möchte ich den Menschen die gingen, aber vorsichtig wieder mein Leben berühren. Ich danke dem Webcammädchen, weil sie mir etwas zurückgibt an Freude! Ich danke der Bärenfreundin, weil Bärenfreunde sich nie wirklich verlieren! Ich danke den – mittlerweile DREI(!) – Mädchen die am Telefon für mich singen wenn ich traurig bin oder einfach nur um Rumzualbern! Danke dem Mimiwunder, der Sassi, die mir beide nie ein “Für immer!” Versprachen, aber derzeit – und hoffentlich noch lange – neben mir hergehen! Ich danke der Sidhe weil sie, obwohl wir nur losen Schreibkontakt haben, immer da war für mich, danke für die wunderzarten und schönen Gedichte die du hinterlässt auf dieser Welt! Danken möchte ich der Anni die mir eine Knallgelbe Karte mit meinem Ziel KIEL schickte und mir längst zur guten Freundin wurde! Danke, der kleinen Schwester die ich ziemlich schrecklich doll lieb habe und der Grüntee, die inzwischen ebenfalls zur Freundin wurde (Lisa ist von ihr) die beide meinen stetigen Gewichtsverlust mit den leckersten Plätzchen der Welt wieder in den Griff bekamen. *lach* Danke der Debbie, die genau weiß wofür! Danken will ich dem kleinen Mädchen die ich vorhin vor dem Kaufland sah und das mich anlächelte als ich den Cruiser aufschloss und ganz verlegen Rot wurde als ich zurücklächelte! Danke den Menschen die hier lesen, die mich bereichern durch das was sie auf ihren Blogs schreiben! Danke dem Anwalt, der Kabel Deutschland eine Kopfnuss gab und mir den Glaube an Gerechtigkeit neu schenkte! Danke der Mi, die mich gestern ganz spontan zu ihrem Geburtstag – der heute ist – einlud (Wir singen alle: „Happy Birthday“!), obwohl sie mich eigentlich nicht kennt, und mich mit dem Satz; In Saarbrücken ist immer ein Platz für dich! irgendwie glücklich machte. Und ich danke GOTT dass er mich genau so nimmt wie ich bin!
Wisst ihr was das schwierige, … das gemeine an diesen Aufzählungen ist?
Klar. Man vergisst Menschen die es verdient haben ein DANKE zu bekommen!
Und das ärgert mich grad.
Genau diesen Menschen, die wissen, dass sie hier stehen müssten gilt meine Entschuldigung.
Und dann… ja, dann sind da noch einige Ziele für das Jahr 2009.
Ich möchte/werde nach Kiel ziehen! Schon mal ein Moin Moin euch da oben.
Und ich brauch da eine kleine Wohnung, einen Job, eine Katze und einen Nutellaautomaten.
Und ich möchte/werde ein Schloss besuchen, weil ich Schlösser soooseeehr liebe!
Ich möchte Fliegen. Zum ersten Mal im Leben über die Wolken gucken. (Allerdings muss das nicht unbedingt in dem Jahr geschehen.*lach*)
Ich wünsche mir dass die Freunde bleiben.
Ich wünsche mir weiterhin Gesundheit.
Ich wünsche meine kleinen großen Süchte besiegen zu können.
Ich wünsche mir Luftballons die nicht zerplatzen…
Joa…
Das wars eigentlich schon.
Es heißt, wirtschaftlich wird es ein schlechtes Jahr werden. Betriebe entlassen weiterhin Menschen, Leute ohne Jobs werden es NOCH schwerer haben… aber he, ich denke, es wird auch ein gutes Jahr werden. Das wünsche ich euch und mir!
Kommt nun also gut rein ins neue Jahr, und vergesst was ich im letzten Jahr zu Silvester schrieb, … denn dieser Satz MUSS ja NICHT stimmen!
Lasst es Rumpeln!
Da haben wir gestern um ein Leben gekämpft.
Einen ganzen Abend lag.
Unbekannte NETZmenschen schlossen sich zusammen.
Wir wussten alle nicht wie es ausgehen würde.
Ich bin es manchmal auch; … so müde am Leben.
Aus anderen Gründen als die junge Frau gestern, sicher.
Freunde und Klassenkameraden sind diesen Weg schon gegangen.
Heute fährt man nicht mehr zum Klassentreffen. Heute fährt man zum Friedhof.
Ich mache beides nicht. Bekomme nur durch meine Eltern die Todesanzeigen zugeschickt.
Oft ging es um Liebe, … die verlorene Liebe.
Oder um die Eltern.
Oder um den Ausbildungsplatz… Inneres SEELENverbluten hat viele Gesichter.
Manchmal finden mich irgendwie Menschen mit denen ich ein Stück durchs Leben gegangen bin. Sie suchen mich um sich zu vergewissern dass ich noch hier bin.
Ja bin ich! Und nun?
Heute bekam ich per Webcam ein Lächeln, das so schön war wie Blumen, geschenkt.
Das hat mich aufgetankt.
Wirklich.
Danke Webcammädchen, danke!
Beim zudecken bin ich nachts eingeschlafen, Rekordgeschwindigkeit. Erschöpft, aber dankbar.
6x gerumpelt | mitrumpeln?Sie hat heute geweint am Telefon.
Ich weiß nicht wie lange es her ist dass ich meine Mutter weinen hörte?
Es müssen Jahre sein!
Am Samstag starb meine Tante Elke.
Sie wurde nur 65 Jahre alt.
Irgendeine Verkalkung im Darm, hieß es.
Tante Elke und ich hatten eine… nennen wir es vorsichtig „schwierige“ Beziehung.
Sie war die Frau meines (damaligen) Lieblingsonkels.
Ich sah sie nur noch sehr selten in den letzten Jahren.
Und wenn wir uns sahen, dann war es so wie früher. Sie liebte es mich zu beleidigen, zu verletzen.
Als sie erfuhr dass ich Vegetarier wurde sagte sie nur lapidar: Ich wusste schon immer dass der schwul ist!
Als ich sie vor etwa drei Jahren das letzte Mal sah, da schaffte sie es tatsächlich, mich schon vor der Begrüßung zu beleidigen, in nur einen Satz packte sie gleich zwei Gehässigkeiten.
Ihr Mann war mein Lieblingsonkel.
Nach der Wende konnten sie sich offen zu ihrem Nationalsozialistischen Gedankengut bekennen ohne Angst vor Strafe haben zu müssen. Und dann zog er sein Braunhemd an und ging mutig durch diese kleine langweilige Stadt in der Mark Brandenburg.
Ich konnte mit diesen Leuten nicht mehr reden, brach den Kontakt zu ihnen ab.
Bei jedem Gespräch ging es um die Ausländer die “unsere guten deutschen Mädchen vergewaltigen und das deutsche Blut vermischen”.
Ich kotzte nach innen und wenn sie meine Eltern besuchten (sie wohnen in derselben Straße) dann nahm ich das Rad und fuhr die alten Straßen der Kindheit ab. Ich kam nie zurück wenn die noch in der Wohnung waren.
Als ich vor einigen Tagen von ihrem Tod erfuhr betete ich für ihren Mann und dessen Tochter. Sie taten mir Leid wegen dem Verlust. Einen Menschen zu verlieren ist immer grausam.
Aber ich konnte dort nicht anrufen, keine Trauer vortäuschen.
Eine Sache tut mir bis heute noch so schrecklich weh:
Meine Mutter ist eine leise und liebe Frau. Das weiche habe ich von ihr.
Und sie hat Parkinson.
Sie zittert beim Gehen und ihr linkes Bein gehorcht ihr nicht mehr ganz.
Meine Cousine (die Tochter von Tante Elke) eröffnete vor einigen Jahren ein Nagelstudio in dieser Kleinstadt.
Zur Eröffnung wurden alle eingeladen. Auch die Verwandten und Freunde.
Meine Mutter stand mit Blumen in der Tür des Studios und Tante Elke rannte auf sie zu, zog sie zur Seite und beschimpfte sie dass SIE nicht hinein dürfe, damit eventuelle Kunden nicht dächten, dass hier auch Verrückte bedient würden! (Weil sie “komisch und langsam” geht rufen Kinder meiner Mutter nach: Da kommt die Verrückte! Also traut sie sich nicht mehr in die Stadt. Kinder sind toll. Aber sie können auch grausam sein!)
Tante Elke war mit dem Bruder meiner Mutter verheiratet, Familie!
Als meine Mutti 60 wurde wollte sie an ihrem eigenen Geburtstag nach dem zweiten Stück Kuchen greifen. Die Krankheit, bzw die Tabletten machten meine Mutti dicklich und kurz darauf machen andere Tabletten sie skelettartig dünn. Es geht hin und her. Und da sagte Tante Elke vor allen Besuchern: Bärbel, du bist eh schon so fett, willst du da wirklich noch ein zweites Stückchen Kuchen essen?!
Meine Mutti hat sich so geschämt!
Und nein, sie traute sich nicht mehr ein zweites Stück Kuchen zu nehmen!
Ich habe das nie vergessen. Das und ihre Nazischeiße kann ich nicht löschen aus meinem Gehirn. Das nicht! Und ich halte nichts davon – das tat ich wirklich nie! – nach dem Tod eines Menschen sich zu erinnern wie toll und liebenswert er doch war, wenn es einfach nicht stimmte.
Mutti, dass grade DU um sie weinst lässt mich weinen!
Auch dafür liebe ich dich!
Gestern war also Weihnachten.
So richtig. Mit allem…
Ich kam von Plus und stand auf dem Radweg mit meinem Cruiser.
Als die Ampel für uns (Fußgänger/Radfahrer) Grün zeigte fuhr ich los.
Einer BMW – Fahrerin fehlten noch etwa 20 cm um mich zu töten.
Sie kam aus der Seitenstraße geschossen ohne daran zu denken dass ja auch die Fußgänger und Radfahrer Grün hatten. Ich hörte ihre quietschenden Reifen und machte eine Vollbremsung. Die Autofahrerin ebenfalls.
Und weil wir ja Menschen sind musste wieder einer Schuld haben. Natürlich ich! Na logisch.
Die etwa 60 – Jährige Frau saß wütend in ihrer Luxuslimousine und ballte die Fäuste, zeigte mir einen Vogel und schrie mich aus voller Lunge an… Ich schrie zurück ob sie denn nicht sehen würde dass wir Grün hatten! Und ich deutete mit meinen Fingern auf die Ampel die noch immer für einige Sekunden Grün zeigte.
Mal wieder hatte ich Glück und es nichts weiter passiert.
Es passiert mir ja mindestens zwei, dreimal im Monat dass Autofahrer mich schneiden oder ganz Übersehen, oder – wie zum Beispiel hier, die Sache mit dem Nissan – sie direkt von der Straße, ohne zu blinken, auf den Radweg schießen, egal ob da grad jemand ist oder nicht.
Wie oft kann ich noch solch ein Glück haben, dass bis auf eine verschmutzte Jeans oder einen Schal den ich von der Kühlerhaube losreißen musste, nichts weiter passiert?!
Manchmal fahre ich einfach nicht mehr gerne. Manchmal resigniert man… Autos sind einfach stärker.
Ja, so schnell kann es dann gehen.
Man wünscht der Verkäuferin noch ein Frohes Fest und Minuten später ist man tot…
Dies war einer von zwei Gründen warum ich gestern zum ersten Mal seit vielen Jahren mal wieder zu Weihnachten in der Kirche war.
16 Uhr. Familiengottesdienst.
Es war ganz in Ordnung.
Ich war sehr froh dort gewesen zu sein!
Alles war noch wie in meinen Erinnerungen:
Die Kirche war voll.
Kinder wackelten auf den Bänken ungeduldig hin und her, weil doch erst nach der Kirche Bescherung ist.
Die Leute sangen falsch, aber das aus ganzem Herzen.
Die Menschen die Geldscheine in den Korb steckten taten es noch immer so, dass es wirklich jeder sehen konnte.
Junge Menschen stürmten noch während des letzten Orgelspiels zur Tür, während die alten sitzen blieben.
Auf dem Weg nach Hause fielen mir die vielen dunklen Fenster auf. Da merkte ich wieder dass ich in einer Studentenstadt wohne. Ausgestorben. Zu Weihnachten und in den Semesterferien gleicht Göttingen einer Geisterstadt.
Und nach der Kirche machte ich eure Briefe, Päckchen und Pakete auf.
Bescherung! ![]()
Ich danke euch sehr für alles! Für all die leckeren und süßen Dinge, für die Bücher und selbstgebackenen Plätzchen, für eure Musik und E – Cards… Die Malerin von Lisa (Grüntee) hat mir sogar einen Wandkalender gebastelt! Für jeden Monat hat sie entweder etwas eingeklebt oder gezeichnet, oder mit Tusche gemalt… So viel arbeit! Ich danke dir auch hier dafür liebe Grüntee!
Und dann habe ich gekocht.
Volles Programm. Sämtliche Töpfe und die Pfanne waren im Einsatz.
Und ich hab dabei Krach gemacht wie in einer Großküche.
Bevor mir die ARD einen der schönsten Filme der Welt schenkte (Wie im Himmel) rief das Mimiwunderkind an und sang für mich am Telefon Oh du Fröhliche!
Nach dem Film sah ich noch zwei Folgen aus meiner riesigen Al Bundy – DVD – Sammlung.
Und ab 00.15 nahm ich Ben Beckers Die Bibel auf RTL auf.
Habe gut geschlafen.
Und jetzt scheint hier die Sonne… immer mal wieder, kurz, um sich dann wieder schnell zu verstecken.
Ach ja… einen schönen ersten Weihnachtsfeiertag euch allen!
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